Entenjagd

Der „überflüssige Mensch“ ist in der russischen Literatur wohl bekannt. Aber jetzt begegnet er uns nicht in dem russischen Zarenreich, sondern in der relativen Moderne. Ein Held unserer Zeit als bewusste Orientierung auf Lermontows Werk, dieses Mal aber mit Humor und ausgefallenen Sprachwitzen. Entenjagd

Eines regnerischen Morgens wacht Viktor Silow verkatert von einem Telefonanruf auf und erhält die Nachricht über den eigenen Tod. Als Beweis der Wahrheit des eigenen Todes erhält Viktor auch einen Trauerkranz von seinen Freunden. Dieser „Tod“ bewirkt eine Kette von Erinnerungen. Jede Erinnerung steht symbolisch für den Verlust eines Teiles seines Lebens: Frau(en), Freunde, Arbeit. Mit Leichtigkeit gibt er alles auf, nichts interessiert ihn in seinem Leben, außer seinem Hobby der bevorstehenden Entenjagd. Und in seinem Streben nach diesem Ideal zerstört er alles um sich herum. Allerdings ist seine Sittenlosigkeit nichts anderes als die Rebellion gegen die Pseudomoral seiner Zeit.

Fotografien: Carolin Cholotta

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