Spielzeit 2018/19

28. Februar ‘19: P.o.P – primitiv oder pathetisch? | Balthasar Bamberg

SalonVinaigrette – slavische Kulturreihe –

Innerhalb eines kurzen Rahmenprogramms sind alle Grenzen des konventionellen Theaters gesprengt. Jeder Text, jeder Ausschnitt, ja auch Einzeiler können hier ihren wertvollen Auftritt haben.
Ziel des Projekts ist es, eine Bühne zu schaffen, auf der thematische Schwerpunkte aus unterschiedlichen künstlerischen und kreativen Wegen betrachtet werden. Die Akteure können eigene Texte darbieten, Lieder singen, Lyrik rezitieren, Szenenausschnitte darstellen, Kurzfilme, Musik, bildende Kunst und andere Formen einbringen und so das Programm anreichern.
Der erste Abend steht unter dem Motto „P.o.P – primitiv oder pathetisch?“ und hinterfragt so ein kulturelles Phänomen zu dem sich die Geister spalten können. Der Begriff des Pop als uns geläufiger, erstreckt sich zwar zunächst auf die musikalische Ebene. Doch auch als kulturelle Strömung (Popkultur), literarischer Begriff (Popliteratur) oder als Kunstrichtung (PopArt) finden wir den Begriff in unserem Umfeld.
Wie sich Vorurteile gegenüber dem Begriff aufheben oder bestätigen lassen, wollen wir an diesem Abend künstlerisch hinterfragen.
Für kleine Snacks und Getränke stehen unsere professionellen Caterer und Barkeeper bereit.

12. & 14. März ’19 | 28., 29. & 30. Mai ’19: Die Dämonen nach Fjodor M. Dostojewskij | Haas-Säle Bamberg
AUF DEUTSCH

DIE DÄMONEN ist ein Buch der Revolte, in dem es um Nihilismus, Revolution, Gott und die Frage nach dem Ursprung menschlicher Besessenheit geht. „Eine Prophezeiung? Eine Utopie? Eine konkrete Möglichkeit, Faschismus und Stalinismus zu überwinden?“, fragt Luise Rinser. Inspiriert von terroristischen Akten Sergej Netschajews ist das Buch wahlweise als Beschreibung von Terror und Totalitarismus im 20. Jahrhundert interpretiert worden, von Gorki als „krankhaft böses Buch“ bezeichnet und in der Sowjetunion verboten. Für die einen eine erzreaktionäre Kampfschrift, für die anderen eine prophetische Vision. Ein Buch also wie Dostojewskijs eigenes Leben und Leiden, voller menschlicher Zweifel und Leidenschaft.

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Frühjahr ’19: Nachtasyl nach Maxim Gorki

AUF DEUTSCH | Termine folgen …

In der 1902 erschienen Milieustudie „Nachtasyl“ (im Original „На дне“ – am Boden) lässt Gorki Stimmen aus der untersten Schicht der Gesellschaft – dem Randbereich, der Ungehörten und Ungesehenen – sprechen und beschreibt detailliert die Umstände, Verhältnisse und alltäglichen Erfahrungen in einem Obdachlosenhaus. Dieses Haus wird zum Treffpunkt von Menschen, die es wert sind, angehört zu werden. Sie stellen keinerlei Ansprüche an die Gesellschaft außerhalb ihres Milieus, die Darstellung ihrer Probleme und Anliegen ist nicht als Anklage der übrigen Welt zu verstehen. Vielmehr sind es die Banalitäten des Alltags, mit deren Schilderung Gorki diese „Gescheiterten“ wieder als Teil der Gesellschaft zu integrieren versucht.

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Sommer ’19: Erzählungen von Daniil Charms

Termine folgen …

Daniil Charms ist der Großmeister der Groteske und des Absurden. Wer Monty Python mag, mit Karl Valentin was anfangen kann, heimlich Kafka liest oder sich für kurze englische Lyrik, etwa von Milne begeistert, wird das alles auch in den Texten des 1905 in Russland geborenen Daniil Charms wiederfinden. Schon 1942, völlig verarmt in einem Gefängnis während der Belagerung von St. Petersburg gestorben, erfreut sich Daniil Charms vor allem in Nachfolge seiner absurden Nachfolger Ionesco und Beckett großer Beliebtheit. Sein trockener Humor, die Sinnleere seiner Stücke, Dialoge und Miniaturen vereinen Slapstick mit Sprachwitz und zeigen wie nahe Freud und Leid oft beieinander liegen.

Was genau diese revuehafte Inszenierung von Charms berühmten „Fälle“ bringen wird, ist so offen wie die Fälle selbst. „Als die sechste alte Frau aus dem Fenster gefallen war,“ endet abrupt eine Erzählung, „hatte ich keine Lust mehr, ihnen zuzuschauen, und ging auf den Malzewskij-Markt, wo man, wie es heißt, einem Blinden einen gestrickten Schal geschenkt hatte.“ Ob nun Frauen aus Fenstern fallen oder Schals gestrickt werden, es wird ein heiterer Abend des Absurden, den die Schauspieler selbst auf die Bühne bringen werden. Regie würde nur Sinn ergeben – und keinen Spaß machen.